Berufsbild Detektiv

LupeViele Menschen assoziieren mit dem Begriff Detektiv Figuren wie Miss Marple, Sherlock Holmes oder denken an Serienhelden wie den Ermittler Columbo mit seinem berühmten Satz „Eine Frage hätte ich noch.“ Aber entspricht das der Realität? Was macht ein Detektiv eigentlich?

Die Aufgaben: Markenpiraterie, Schwarzarbeit und „Blaumacher“

Das Berufsbild Detektiv gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Beschäftigungszahlen wachsen rasant. Detektive sind meist selbstständig oder freiberuflich tätig, können aber auch in einem Angestelltenverhältnis arbeiten. Dabei hat das Bild des Detektivs, der den untreuen Gatten beschattet, beinahe ausgedient. In mehr als 75 Prozent der Fälle geht es um wirtschaftliche Themen wie Schwarzarbeit, Krankschreibungs- oder Abrechnungsbetrug, Markenpiraterie, Lauschabwehr und Bonitätsermittlung. Unternehmen suchen Detektive, die ihnen Informationen über Konkurrenz oder Mitarbeiter geben. Deutschlandweit sind über 1.500 Detektive im Einsatz, um Straftaten mit volkswirtschaftlichem Schaden aufzuklären, wie zum Beispiel die Detektei Berlin.

Dabei stehen zwischen 60 und 80 Milliarden Euro auf dem Spiel. Die Aufklärungsquote beträgt etwa 15 Prozent.

Die Ausbildung zum Detektiv

Wer Detektiv werden möchte, kann sich in Vollzeit oder Teilzeit ausbilden lassen. Nach zwei Monaten bis zwei Jahren haben Sie den Beruf erlernt. Für die Ausbildung sind entweder private Bildungsträger oder die jeweilige Industrie- und Handelskammer zuständig. Je nachdem in welchem Bereich der zukünftige Detektiv später arbeitet, ändern sich die Inhalte. Verständlicherweise lernt ein Personenschützer andere Dinge als ein Kaufhausdetektiv.

Für den Start der Ausbildung müssen Sie das 18. Lebensjahr vollendet haben. Ideal sind bereits erlangte Erfahrungen in dem Bereich. Genau wie die Ausbildung an sich, unterscheiden sich auch die Abschlussprüfungen stark voneinander. Abgelegt werden sie beim jeweiligen Bildungsträger. Wer die Ausbildung besteht, kann sich zum Beispiel Privatdetektiv, Warenhausdetektiv oder Kaufhausdetektiv nennen. Nach Abschluss der Ausbildung haben Sie die Möglichkeit, eine eigene Detektei zu gründen. Sie können sich auch bei einer Wach- und Schließgesellschaft oder einer bereits bestehenden Detektei bewerben.

Erforderliche Fähigkeiten

Ein guter Detektiv hütet die Daten des Kunden, ist verschwiegen, geduldig und kundenorientiert. Er braucht eine hohe Frustrationstoleranz, denn manchmal passt das Klischee und Sie müssen stundenlang im Auto sitzen und auf die Zielperson warten oder sie beobachten. Dabei sehen Sie möglichst unauffällig aus. In den meisten Fällen halten Sie sich im Hintergrund und beobachten, recherchieren oder filmen und fotografieren aus sicherer Entfernung. Manchmal müssen Sie aber auch direkt mit der Zielperson in Kontakt kommen. Dann geben Sie sich zum Beispiel als Versicherungsvertreter oder neuer Kollege aus. Das Internet spielt eine wichtige Rolle bei der Recherche. Ein Detektiv benutzt aber auch technische Geräte und sollte sich gut damit auskennen.

Bild: Siegfried Fries  / pixelio.de