Die nächste Auto-Evolution

Intelligente Textilien lassen Fahrzeuge mitdenken

(djd). Leichter, sicherer, sauberer und intelligenter soll das Auto der Zukunft werden. Das sogenannte Smart-Material-Design ist eine der Schlüsseltechnologien dahinter, sie stammt aus der Luft- und Raumfahrtindustrie. Die intelligenten Hightech-Fasern sind heute schon so stabil, dass ihr Anteil an der Konstruktion des neuen Airbus A 350 beispielsweise über fünfzig Prozent beträgt. Mehr Stabilität sowie die Halbierung des Gewichtes senken deutlich den Verbrauch des Flugzeugs. Eigenschaften, die auch in den kommenden Fahrzeuggenerationen dringend benötigt werden. Wie weit die Forschung bereits vorangeschritten ist, erfährt man unter www.textilforschung.de.

Der Chevrolet FNR beispielsweise ist ein autonomes Fahrzeugkonzept, das sich nicht nur elektrisch, sondern komplett autonom bewegt. Viele der Komfortmerkmale im Fahrgastraum beruhen auf intelligente Hightech-Textilien.
Foto: djd/ExtremeTech

Smarte Textilien sorgen für mehr Sicherheit und Komfort

Jeder vierte tödliche Verkehrsunfall auf deutschen Autobahnen ist nach Angaben des ADAC auf eingeschlafene Autofahrer zurückzuführen. Die heute bereits existierenden Sensoren, die die Pupillengröße sowie Augenbewegungen des Fahrers erfassen, können in Zukunft um intelligente Lichtkonzepte im Innenraum ergänzt werden und so die Sicherheit deutlich erhöhen. Selbstleuchtende Fasern fluten den gesamten Innenraum mit speziellem Licht, welches den Fahrer entweder wach hält oder bei Bedarf zur Reduzierung von Stress und Anspannung führt. In die Sitze integrierte Sensoren werden künftig bei Auffahrunfällen ihre Wirkung entfalten: Während bei heutigen Aufprallschäden immer alle Airbags auslösen, erkennen die Sitze künftig, wenn sie nicht belegt sind. In diesem Fall werden dann nur jene Airbags freigegeben, die sich tatsächlich auch für die Fahrgastsicherheit entfalten müssen. Auch die Klimasteuerung wird zukünftig direkt aus dem Sitz kommen: Die Temperatur sowie relative Feuchte und Wärmeeinflüsse werden direkt im Sitz ermittelt, um die Heizung sowie Lüftungsventilatoren anzusteuern, die ebenfalls direkt im Sitz integriert sind. Damit kann sich jeder Mitfahrer sein persönliches Wohlfühlklima weitaus exakter einstellen, als es bisher möglich war.

Das Cockpit als zusätzliches Kraftwerk in Elektroautos

In Zukunft werden immer mehr Kameras, Sensoren und Lichtstimmungen den Energieverbrauch von Autos steigern. Deshalb versucht man, den Innenraum selbst als zusätzliche Stromversorgung zu nutzen: Dazu werden in die Hutablage, in Instrumententafeln sowie in Sitzbezüge Farbstoffsolarzellen eingearbeitet. Sie sind flexibel, leicht und bilden so eine zusätzliche unsichtbare Energiequelle. Fazit: Hightech-Fasern könnten schon bald das Auto in eine neue komfortable und sichere Ära führen.