Kreditangebote im Internet machen lokalen Banken zunehmend Konkurrenz
Nicht erst seit der Corona-Pandemie verlieren klassische Filialbanken ihre führende Stellung in Sachen Kreditvergabe. Für immer mehr Verbraucher ist die unkomplizierte und schnelle Kreditvergabe im Netz die bessere Option, wenn sie auf der Suche nach einem möglichst günstigen Darlehen sind. Doch was hat dazu geführt, dass lokale Banken in puncto Kreditvergabe an Privatkunden zunehmend das Nachsehen haben?
Online-Angebote dominieren den Markt
Wie so viele Bereiche des Lebens wird auch der Finanzbereich immer mehr von Online-Angeboten dominiert. Das wird besonders deutlich, wenn man einen Blick auf die gestiegenen Zahlen von verfügbaren Online-Krediten wirft. Online-Vergleichsportale ermöglichen es Verbrauchern sich unverbindlich über Kredite und Anbieter zu informieren, ein Beratungsgespräch ist hierfür kaum noch erforderlich. Nach Eingabe relevanter Daten wie der gewünschten Kredithöhe, der Laufzeit und etwaigen Sondertilgungen können Verbraucher auf eine große Anzahl unterschiedlicher Kreditanbieter zugreifen, und die Konditionen der einzelnen Angebote übersichtlich miteinander vergleichen.
Wie funktioniert der Kreditantrag im Netz?
Lange Zeit war es prinzipiell schwierig, Kredite komplett Online zu beantragen. Grund dafür war die Verpflichtung von Banken und Kreditgebern, den Abschluss eines Kreditvertrags schriftlich festzuhalten. Somit war zumindest eine Rücksendung des Kreditantrags über den Postweg unumgänglich. Mittlerweile haben sich unterschiedliche Verfahren etabliert, etwa das Video-Ident Verfahren, mittels welchem Verbraucher sich per Smartphone identifizieren können. Somit lässt sich innerhalb kürzester Zeit über die Bewilligung oder Ablehnung des Antrags entscheiden. Verbraucher bekommen in der regel nach 24 Stunden eine Rückmeldung und müssen keine langen Wartezeiten in kauf nehmen. Sollte der Kreditantrag bewilligt werden, steht das Geld schon nach wenigen Werktagen zur Verfügung.
Eilkredit: Schnelle Verfügbarkeit von Online-Krediten
Die Digitalisierung verändert zahlreiche Lebensbereiche und Gewohnheiten. Aus Verbrauchersicht ist die Entwicklung im Kreditgeschäft positiv aufzufassen. Sie erhalten ihre Kredite im Netz oftmals zu günstigeren Konditionen und können schnell auf das Geld zugreifen. Besonders schnell geht es mit dem sogenannten Eilkredit, bei welchem das Geld bereits nach 24 Stunden zur Verfügung gestellt wird, vorausgesetzt der Kunde kann eine einwandfreie Bonität aufweisen. Im Gegensatz zu Banken, die dazu verpflichtet sind, bei jedem Kreditantrag eine Schufa Auskunft anzufordern, verzichten Online-Anbieter meist darauf und bemessen die Kreditwürdigkeit potenzieller Kunden anhand anderer Kriterien. Die Konditionen von Online Anbietern sind im Gegensatz zu Banken in den meisten Fällen deutlich besser, was auf eine schlankere Verwaltung und fehlende Filialen zurückzuführen ist. Auch das ist ein großer Vorteil für Kreditsuchende.
Warum noch zur lokalen Bank?
Angesichts der überwiegenden Vorteile aus Verbrauchersicht ist die Entwicklung kaum verwunderlich. Letztlich orientieren sich Kunden in Bezug auf Kredite auf den Aufwand, sowie die entstehenden Kosten. Warum sollten Verbraucher-Kredite bei lokalen Banken aufnehmen, wenn diese schlechtere Konditionen aufweisen und eine längere Bearbeitungszeit bedeuten? Hierzu ist es jedoch wichtig, sich den Kredit ganzheitlich anzusehen, also ob der vermeintlich teurere Kredit ggf. andere Vorteile wie etwa eine Versicherung gegen die Restschuld (Infos) hat. Häufig ist genau das jedoch nicht der Fall. Es ist längst überfällig, dass Banken ihre traditionellen Geschäftsmodelle hinterfragen müssen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Sollte dies nicht geschehen, werden sich Banken über kurz oder lang wohl endgültig vom Privatkunden-Kreditgeschäft verabschieden müssen.