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Nach wie vor sind die USA das beliebteste außereuropäische Auswanderungsziel vieler Deutschen. Sie wandern aus, um sich in punkto Beruf und Einkommen zu verbessern. Bei vielen schwingt aber auch der Wunsch mit, sich grundsätzlich zu verändern.

Das Ziel der Auswanderung: die USA

Im Jahr 2014 haben sich 150.000 Deutsche dazu entschieden, Deutschland den Rücken zu kehren und auszuwandern. Innereuropäisch visierten sie Bulgarien, Rumänien und Polen an. Außerhalb der EU waren die USA das begehrteste Ziel (vg. statista.com). Warum und wieso das so ist und, wie der Weg in die USA führen kann, verrät dieser Bericht.

Deswegen wandern die Deutschen aus

Es sind vor allem berufliche Gründe, die die Deutschen dazu ermutigen auszuwandern. Ihre aktuelle Einkommen- und Beschäftigungssituation ist mit 29,9 Prozent der Hauptgrund für eine Auswanderung. Der Blick in die Zukunft (mit Fokus auf Beruf und Einkommen) steht mit 26,9 Prozent als Auswanderungsgrund auf Rang 3. Auch die Beziehung zu Freunden und Familie (27 Prozent), die Lust, etwas Neues zu erleben, sowie Steuern und Abgaben, die Lebensqualität und die Verwirklichung ureigener Träume führen die Auswanderer als Gründe an.

Das US Einwanderungsvisum = die GreenCard

Das offizielle Einwanderungsvisum ist besser bekannt unter dem Namen GreenCard. Auf Englisch heißt die GreenCard „Lawful Permanent Resident Card“, im Dschungel der Bürokratie trägt die GreenCard die Formular-Nummer I-551.

Wissenswertes zur GreenCard auf einen Blick liefert die folgende Übersicht:

  • Historie. Warum die GreenCard heute als GreenCard bezeichnet wird, obgleich die Farbe Grün nicht die Hauptfarbe des Dokuments ist, zeigt ein Blick in die Geschichte. Das Vorgängermodell der GreenCard, die „Alien Card“, die Ausländern (= „aliens“) bei der Einreise in die USA einst ausgehändigt wurde, war wirklich knallgrün. Optisch verändert hat sich die GreenCard vor allem deswegen, weil das alte, grüne Papier, doch leichter zu fälschen war als die heute gültige Kartenform. Die neueste GreenCard-Generation gibt es erst seit dem Jahr 2017.
  • Erhalt und Berechtigung. Wer die GreenCard hat, darf in die USA auswandern, dort unbegrenzt bleiben und dort auch arbeiten – und zwar unabhängig von einem Arbeitgeber. In den Besitz einer GreenCard zu kommen, ist gar nicht so einfach. Möglich ist dies über eine Anstellung in hochqualifizierter Hierarchieebene, über hohe Investitionen sowie diverse Auflagen, über den Ansatz einer Familienzusammenführung oder den Gewinn einer GreenCard in einer speziellen GreenCard-Lotterie (vgl. americandream.de)
  • Karte. Die Karte selbst ist ein Stück Plastik im Scheckkartenformat. Das Wasserzeichen im Hintergrund – eine Mischung aus der Flagge der USA und der Freiheitsstatue – dokumentiert unter anderem die Echtheit des Ausweises. Auch Vorname, Nachname und die USCIS A-Nummer sind neben einigen anderen Detailangaben Pflichtbestandteile der Karte. Wer im Besitz einer GreenCard ist, muss diese stets bei sich tragen, ähnlich wie ein Angestellter in Deutschland dazu angehalten ist, seinen Sozialversicherungsausweis bei sich zu tragen (vgl. deutsche-rentenversicherung.de).

Sachen packen und los? Das müssen Auswanderer beachten

Einfach die Koffer zu packen und in die USA zu reisen, ist ein mutiges Unterfangen, was nur dann funktionieren kann, wenn einige Vorbereitungen im Vorfeld gelaufen sind.

  • Bürokratisches. Ausweis und Reisepass, Führerschein, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Scheidungsurkunde, Sorgerechtserklärung (bei Alleinerziehenden) sowie Bewerbungsunterlagen und Zeugnisse – all das sind wichtige Dokumente, die vor der Abreise in die USA in übersetzter Form vorliegen müssen. Daneben müssen Dokumente zu all jenen Verträgen mit ins Gepäck, die in Deutschland verbleiben (z.B. Versicherungen, Bankkonten usw.). Tipp: Wer möchte kann beispielsweise über eine Anwartschaftsversicherung die Krankenversicherungsverträge weiterhin aufrechterhalten. Das ist vor allem deswegen sinnvoll, weil das System der Krankenversicherung in den USA deutlich von dem in Deutschland differiert. Einen Arbeitgeber zu finden, der die Krankenversicherungsbeiträge übernimmt, ist das erklärte Ziel jeden Auswanderers.
  • Wohnsituation. Einzureisen und zunächst im Hotel einzuchecken, ist möglich, frisst aber direkt zu Beginn der Auswanderung einen großen Teil des Auswandererbudgets. Wer nicht direkt in der Innenstadt wohnen muss, findet schnell bezahlbaren Wohnraum. Tipp: Vor allem sogenannte Month-to-Month-Verträge erhalten die Flexibilität. Wer zu Beginn in eine möblierte Wohnung ziehen möchte, kann sich eine Storage Parzelle anmieten und dort das restliche Hab und Gut unterstellen.
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Je nachdem, wo der Auswanderer später leben möchte, muss mit höheren oder niedrigeren Mieten gerechnet werden. Innerstädtischer Wohnraum, beispielsweise hier in Seattle, ist sehr beliebt. Etwas außerhalb wohnt es sich deutlich günstiger.
  • Umzug. Natürlich muss das persönliche Hab und Gut mit auf die Reise gehen, damit auch in der Fremde ein Gefühl von Heimat einziehen kann. Bei einigen Dingen jedoch ist es besser, sie in Deutschland zu lassen. Elektrische Geräte aus Deutschland sind beispielsweise nur bedingt in den USA nutzbar. Dort herrscht 110 Volt Wechselstrom. Geräte, die sich nicht umstellen lassen, können nur mit einem Adapter betrieben werden. Da viele Wohnungen möbliert vermietet werden, ist es nicht sinnvoll, das komplette Mobiliar mit umzuziehen. Fahrzeuge sind ebenfalls nur teuer in die USA umzuziehen. Kosten fallen nicht nur für den Transport, sondern auch für den Zoll und die Einfuhr an.

Jeder Auswanderer sollte sich dessen bewusst sein, dass eine Auswanderung nicht mit einer Rundreise entlang der Westküste oder durch Florida zu vergleichen ist. Es ist (bestenfalls) der Start in ein neues Leben und muss wohl durchdacht sein.