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Was ist Factoring?

Factoring ist eine alternative Finanzierungsform, wo bestehende Forderungen von Kunden an ein dafür spezialisiertes Unternehmen verkauft werden. Nicht selten kommt es vor, dass ein Kunde noch offene Rechnungen hat und diese erst verspätet oder womöglich gar nicht zahlt. In einige Branchen sind bestimmte Zahlungsziele durchaus üblich, welche voll ausgereizt werden. Dadurch entstehen in einem Unternehmen viele Kosten und ein großer Mehraufwand. In diesem Szenario kann das Factoring ins Spiel kommen, da hier Liquiditätsengpässe überbrückt werden können.

Aktuell gibt es fast 300 Anbieter für Factoring auf dem Markt. Das hat damit zu tun, dass Factoring, gerade im mittelständischen Bereich, immer beliebter wird. Oftmals fragen sich die Unternehmen: Was ist Factoring? Und worauf sollte da geachtet werden? Denn jedes Factoring-Unternehmen bietet andere Konditionen an. Daher kann es sich, wie bei einem normalen Produkt lohnen die Preise und Konditionen zu vergleichen. Geld zu verschenken hat schließlich niemand und jeder möchte die besten Konditionen aushandeln.

Der Ablauf des Factoring Verfahrens

Der erste Punkt, um Factoring in Anspruch nehmen zu können ist, dass es eine offene Forderung gegenüber einem Kunden gibt. Für diese Forderung muss natürlich eine Leistung erbracht worden sein. Ob es Ware, oder eine Dienstleistung war, spielt keine Rolle.

Nachdem das Factoring-Unternehmen die Bonität des Verkäufers geprüft hat, kann die Forderung an das Unternehmen verkauft werden. Die Prüfung der Bonität ist erforderlich, da das Factoring-Unternehmen das komplette Ausfallrisiko übernimmt. Sind sämtliche Prüfungen positiv verlaufen, steht dem Verkauf nichts mehr im Wege. Spätestens nach wenigen Tagen erhält das Unternehmen den Betrag des Verkaufes. Zu Anfang wird aber nicht der volle Betrag gezahlt, sondern nur ca. 80 %. Erst nach dem der Kunde seine offenen Forderungen an das Factoring-Unternehmen beglichen hat, wird die restliche Summe überwiesen. Mit Hilfe dieses Vorganges hat das Unternehmen jetzt ihre Liquidität kurzfristig gesteigert und somit auch die Eigenkapitalquote.

Abgrenzung zu anderen Formen

Offenes und stilles Factoring

Je nach Art des Factorings kann der Kunde nicht wissen, dass die Forderung verkauft wurde. Hierbei wird zwischen dem stillen und dem offenen Factoring unterschieden. Beim stillen Factoring bleibt die Bankverbindung des Unternehmens auf der Rechnung stehen und der Kunde erfährt nichts davon. Beim offenen Factoring, welches in Deutschland eher üblich ist, wird dem Kunden mitgeteilt, dass die Forderung verkauft wurde. Für ihn ändert sich lediglich die Bankverbindung an, die das Geld überwiesen werden muss.

Echtes und unechtes Factoring

Beim echten Factoring übernimmt der Factor das komplette Ausfallrisiko und das Unternehmen braucht sich hierum keine Sorgen mehr machen. Beim unechten Factoring hingegen wird das Ausfallrisiko nicht übernommen. Dieses Verfahren ist in Deutschland aber eher unüblich.