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Die Welt tickt online. Welchen Branchen die Verquickung von Online- und Offline-Handel gut tut und an welcher Stelle der Online-Handel förmlich unmöglich ist, verrät dieser Beitrag.

Online vs. Offline. Welche Branchen gibt es in beiden Handelswelten?

Heutzutage gibt es kaum eine Branche, die nicht auf zweierlei Hochzeiten tanzt: in der realen Welt und auf der digitalen Hochzeit im Netz. Für manche Produkte und Dienstleistungen klappt eben dieser Ansatz der Multimedialität mal besser und mal schlechter. Wo Verbraucher online wirklich gute Karten haben und wo Betriebe noch mit Online-Tücken kämpfen, verrät dieser Beitrag.

Abbildung 1: Die Welt tickt online. Welchen Branchen die Verquickung von Online- und Offline-Handel gut tut und an welcher Stelle der Online-Handel förmlich unmöglich ist, verrät dieser Beitrag.

Das Netz als große Vergleichsplattform

In den allermeisten Branchen ist der Markt stark umkämpft und nicht selten sind die Preise das Zünglein an der Waage. Wer als Verbraucher an dieser Stelle einen Preisvergleich anstellen will, hat entweder viel zu tun oder nutzt das Netz.

Eben dort gibt es nämlich genau die Funktionalität, die zum Vergleich benötigt wird:

  • eine einheitliche Struktur der (für die Verbraucher) wichtigsten Vertragsdetails,
  • transparente Vor- und Nachteile der Anbieter
  • und die Möglichkeit bei Bedarf weitere Optionen abzufragen, die sofort verfügbar sind.

Typischerweise finden sich Versicherungen und Kreditanbieter in diesem Metier wieder. Mittlerweile lassen sich sogar günstige Zahnärzte online ausfindig machen, indem die nötige Zahnbehandlung online eingestellt wird – und die eintreffenden Angebote mit Blick auf den Preis zu vergleichen sind. Sie alle halten die Option vor, online die Vertragsdetails (meist gebündelt in einer Tabelle) zu vergleichen und direkt dort auch den gewünschten Vertrag abzuschließen. Wertige Informationen rund ums Produkt – wie beispielsweise hier vom Kreditanbieter Vexcash.com – gibt es on top.

Weitere Branchen, in denen eben diese Vorgehensweise besonders gut funktioniert, ist der Technik-Sektor. Die Unterschiede neuester Fernseher, Computer und anderer technischer Produkte (wie beispielsweise Wearables) sind meist marginal, lassen sich aber in einer Vergleichstabelle gut und übersichtlich gegenüberstellen. Dieser „Service“ der Internetportalbetreiber kommt an. Der Kunde klickt nach dem Online-Vergleich direkt auf das gewünschte Portal und der Portalbetreiber erhält eine Provision für seine Mühen.

Mode, Schuhe und Accessoires gibt’s im Online- und Offline-Handel

Im Bereich Mode, Schuhe und Accessoires ist die Verquickung von Online- und Offline-Handel am deutlichsten zu spüren – zumindest in den Fällen, in denen der stationäre Handel bereits vorhanden war und der Online-Handel nachgelagert umgesetzt wurde. Zwei Beispiele hierfür sind die Onlineshops von Takko.com und C-und-A.com. Hier gab es zunächst die stationären Vertreter und der Online-Handel hat nachgezogen – quasi als Option, um eine bessere Flächenabdeckung zu erreichen. Die Vorteile dieses Konzepts liegen für die Kunden vor allem im Service:

  • Ware lässt sich (meist kostenfrei) in den Shop schicken.
  • Auch die Rückgabe ist über den stationären Handel möglich.
  • Online sind häufig mehr Größen und/oder Farben verfügbar als im Laden.

Mode wird allerdings auch noch in ganz anderer Form online angeboten – und zwar in der Form, dass das Portal als Online-Tippgeber und Styleguide fungiert. Das bedeutet in der Praxis: Wer bei einer Online-Plattform gezielt nach Kleidung im Camouflage-Style oder im Marine-Look sucht, kommt entweder auf einen Mode-Onlineshop oder auf eine Seite, die viele verschiedene Produkte dieser Stilrichtung von vielen verschiedenen Anbietern listet. So ersetzt das Onlineportal, das das neue Styling förmlich kreiert, auch die Verkäuferin im Laden, die beratend zur Seite steht.

Nicht unumstritten: der Pharma- und Medizinbereich

Der Medizin- und Pharmabereich ist online nicht unumstritten. Während frei verkäufliche Produkte, die bis dato im stationären Handel erworben wurden, online geshoppt werden, warnen Verbraucherschützer davor, verschreibungspflichtige Medikamente online zu erwerben. Zwar müssen auch hierfür Rezepte online eingereicht werden, am persönlichen Kontakt und am Tipp zur Einnahme fehlt es online hingegen.

Zudem fällt im (anonymen) Online-Handel die „Kontrollfunktion“ weg, die ein Apotheker dann einnehmen kann, wenn regelmäßig alle Medikamente in einer Apotheke erworben werden. Im günstigsten Fall merkt eine versierte Fachkraft, beispielsweise auch nach einem Blick aufs Kundenkonto, dass es zu Wechselwirkungen der Medikamente kommen könnte.

Nicht minder kritisch beäugt wird der Online-Doktor, der auf Basis von Patientenangaben eine Diagnose stellt. Die Vorteile, die online winken, sind dennoch enorm:

  • Keine Wartezeiten.
  • Keine Anfahrt.
  • Schnelle Diagnose.

Eine verlässliche Aussage darüber, wie versiert die Diagnosen sind, fehlt indes. Eine Abhandlung zu diesem Thema hält die Redaktion von aerzteblatt.de online vor.

Kein Weg ins Netz: das klassische Handwerk kann nur „anbieten“

Für die klassischen Handwerksberufe führt kaum ein Weg in den Online-Handel. Schreiner, Maler und Fliesenleger können das Internet zwar als Marktplatz nutzen – um ihre Leistungen anzubieten oder um auf Aufträge zu bieten – der Online-Verkauf ihrer Waren und Dienstleistungen ist hingegen nicht möglich. Um auf sich aufmerksam zu machen, brauchen diese Branchen meist Unterstützung durch einen versierten Online-Profi, der sie dazu ermuntert, Produkte und Trends online zu bewerben – um neue Kunden anzulocken.

Diesen Bereich nutzt auch der eine oder andere Friseur: Neue Stylings, neue Farben und neue Pflegeprodukte lassen sich anpreisen – in der Hoffnung, dass der Kunde anschließend auch den Weg in den Friseursalon findet. Weitere Entwicklungen in diesem Sektor sind nicht zu erwarten, schließlich bedeutet das Handwerk nach wie vor, dass hier Hand angelegt werden muss – und die Hand auf der Computermaus längst nicht ausreicht.